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Gingst (OZ) - Der Winter steht vor der Tür, Vorräte müssen angelegt werden. "Kommt, wir gehen los und sammeln Nüsse", ruft Klaus, die Feldmaus, zu seinen Freunden. Trixi und der kleine Jonathan begleiten ihn. Frederick bleibt bei der Höhle und sammelt Sonnenstrahlen. Birgit Schuster steht auf der Bühne im Prerower Kulturkaten und spielt mit vier süßen Mäusepuppen das Theaterstück "Frederick". Die 40 Kinder im Publikum verfolgen mit großen Augen und offenen Mündern die Geschichte. Seit zwölf Jahren reist die in Suhl (Thüringen) geborene Puppenspielerin nun schon mit ihrem "Schnuppe Figurentheater" durch den Nordosten und fasziniert ihr junges Publikum mit klassischen und mordernen Märchen, auch mit selbst geschriebenen Stücken.
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"Als ich herkam, gab ich mir fünf Jahre und wollte danach schauen, ob es klappt," erzählt die 43-Jährige. In dieser Zeit sei ihr bewusst geworden, dass das Figurentheater genau das ist, was sie will. "Ich mache den Job, den ich liebe." Sie ist ein "Eine-Frau-Betrieb" und macht alles selbst: schreiben, proben, Regie führen und inszenieren. In ihrer kleinen Werkstatt in Gingst auf Rügen Natürlich sind auch die Mäuse selbst genäht. Jede Puppe hat ihren eigenen Charakter. "Kommt," ruft der Anführer Klaus abermals. "Wir sammeln Körner. Es ist wichtig, dass wir genug zu essen haben, wenn es so richtig kalt wird." Wieder folgen ihm Trixi und Jonathan, um Nahrung zu suchen. Frederick nicht, denn er will jetzt Farben und später Wörter sammeln. "Ich mag dieses Stück sehr", sagt Birgit Schuster, die schon seit der Grundschule Theater spielt. ",Frederick‘ ist sehr poetisch und fantasievoll. Es transportiert eine wichtige Botschaft." Dass ihre Inszenierungen — ihr Repertoire umfasst beinahe 20 Stücke — für die Kinder nicht nur reine Unterhaltung sind, ist ihr wichtig. Das Schnuppe Figurentheater ist Mitglied im Landesverband der Freien Theater. Man knüpft Kontakte, kritisiert und hilft sich. "Einer unserer größten Pläne ist es, dass jeder in seinem Gebiet einmal im Jahr ein kleines Festival auf die Beine stellt", sagt Schuster. Aber dafür fehlen häufig die Zeit und die Unterstützung der Kurverwaltungen. "Gerade im Sommer wäre das eine schöne Sache für die Urlauber und ein Gewinn für das touristische Angebot", beklagt sie. Dafür laufe es um Weihnachten rum aber prima. Ihre Kunden sind hauptsächlich Kitas und Grundschulen. "Und ich trete häufig bei Veranstaltungen wie Mittelaltermärkten oder dem Gingster Büchermarkt auf." Am Ende des Stücks herrscht tiefster Winter. Die vier Mäuse haben die Vorräte aufgebraucht und die Hoffnung, dass der Frühling bald kommt, schwindet. Jetzt kommt Fredericks große Stunde: Er erzählt von den Sonnenstrahlen und Farben, die er gesammelt hat. Seinen Freunden wird dabei ganz warm ums Herz. Sie erinnern sich an die Schönheit der Blumenwiesen und des Himmels. Und mit den gesammelten Worten stimmt Frederick ein Lied an. Die Mäuse tanzen. So wird die lange Winterzeit ein bisschen verschönert. Nicht nur für die Mäuse.
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