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Zeitungsartikel

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   Ostsee-Zeitung (19. Februar): Die mit den Puppen tanzt
   Ostsee-Zeitung (19. März): Gastfreundschaft macht Schule

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 GERIT HEROLD in der Ostsee-Zeitung vom 19.März 2010

Gastfreundschaft macht Schule

Von GERIT HEROLD
Mit einem Theaterstück will der Tourismusverband der Insel die Kinder für das Thema Gastfreundlichkeit sensibilisieren.

Sellin. Sellin. "Wer von euch hat denn auch manchmal Urlauber zu Gast?", fragt Matthias Scheibe in die Runde der sieben- und achtjährigen Selliner Grundschüler. Zahlreiche Finger gehen nach oben. "Und wie ist das dann für euch?", setzt das Vorstandsmitglied des Tourismusverbandes Rügen nach. "Dann dürfen wir nicht toben", sagt Sophie. Andere Kinder überlegen. Gastfreundlichkeit ist auf der Tourismusinsel Rügen noch längst nicht selbstverständlich. Das machen Gästebefragungen und Untersuchungen deutlich, die den Rüganern in diesen Punkten keine guten Noten bescheinigen.
Um dies zu verbessern, geht der Tourismusverband Rügen (TVR) neue Wege. Ein Theaterstück soll die Grundschüler für das Thema sensibilisieren. Dazu hat der TVR die Rügener Puppenspielerin Birgit Schuster beauftragt,ein Stück zu schreiben. "Wir haben uns überlegt, dass wir bei den Jüngsten anfangen müssen. Schließlich sind sie die Gastgeber von morgen ", so Matthias Scheibe.

entsetzt, wie sie sich auf "seiner" Insel breitrnacht. Es eskaliert. Schließlich reist Molli entnervt aus dem Urlaub ab.
"Gefällt euch die Geschichte?", fragt Birgit Schuster. "Ja - Nein!", schallt es im Chor. "Kalle soll nicht so griesgrämig sein", "Molli muss auch mal bitte saqen", "Sie könnten doch beide was zusammen machen" schlagen die Kinder vor. Die Geschichte beginnt von neuem. Kalle wird gesprächiger, er zeigt ihr , "seine" Insel und stellt fest , dass er auch schon lange nicht mehr an der Steilküste war. Molli ,lädt ihn zum Picknick am Strand ein. (Kalle: Sowas Verrücktes habe ich ja noch nie qemacht.) Am Ende darf sie sogar bei ihm übernachten - und gerne wiederkommen.
Nur geheiratet wird nicht, wie es die Schüler noch gerne gehabt hätten. Aber um solch ein Happy End geht es auch gar nicht. "Es ist mir wichtig zu zeigen, dass beide etwas falsch gemacht haben. Kalle muss sich nicht völlig umkrempeln. Es geht um die Akzeptanz der Bedürfnisse des anderen. Und dass man vom anderen auch lernen

Gastfreundschaft macht Schule Foto GEH
Dicht umringt von den neugierigen Kindern ist Puppenspielerin BirgitSchuster nach der Premiere ihres Stückes "Die Stadtmaus und die Inselmaus". Dashat sie im Auftrag des Tourismusverbandes Rügen geschrieben, um schon die jüngsten Rüganer für das Thema Gastfreundlichkeit und Tourismus auf der Inselzu sensibilisieren. Das Stücksoll in den Rügener Grundschulen gezeigt werden und mit Mitteln aus der Tourismuswirtschaft finanziert werden.
FOTO: GEH

Gestern hatte das Stück "Die Stadtmaus und die Inselmaus " in der Turnhalle der Selliner Grundschule vor 54 Mädchen und Jungen aus den 1. und 2. Klassen Premiere. Unter den Zuschauern waren auch Eltern, der Vorstandsvorsitzende des Tourismusverbandes, Thomas Wuitschik sowie Landrätin Kerstin Kassner, die sich freute, sich das Stück neben ihrer Enkeltochter Anna anzusehen.
Inselmaus Kalle ist wortkarg und gern allein. In seine Idylle platzt die aufgedrehte Stadtmaus Molli, die die schöne Insel entdecken und sich hier erholen will. Zwei Gegensätze prallen aufeinander: Kalle, dessen Vokabular sich in .jo " und .nee" erschöpft und der niemanden haben will in seinem Haus, seinem Garten, seinem Leben. Und Molli, die ihn mit ihrem aufdringlichen Redeschwall erschlägt und plump in seinem Vorgarten die Petersilie zertrampelt - entzückt, dass sie echten Spinat sieht, den sie nur in Gläsern aus ihrem Feinkostladen kennt. Sie nennt ihn einen unfreun~lichenGriesgram und er ist

kann" , er klärt Birgit Schuster. Das haben die kleinen Zuschauer verstanden. Und so beklatschen sie sich am Ende des Stückes auch selbst.
Schulleiterin Anne Eggert freut sich schon auf eine weitere Aufführung für die Klassenstufen 3 und 4. Das Stück soll anschließend inselweit und darüber hinaus auch in anderen Tourismusregionen Schule machen. Dafür sollen die touristischen Unternehmen als Sponsoren ins Boot, geholt werden. Schließlich sind sie auch die Profiteure, erklärt Matthias Scheibe. Um den Kindern das Thema Tourismus auf Rügen nahe zu bringen, reicht der TVR auch gern seinen "Tourismuskoffer" mit Büchern, Ansichtsmaterial und Spielen für gezielte Projektartbeit in die Schulen.


 KAI LACHMANN in der Ostsee-Zeitung vom 19.Februar 2010

Die mit den Puppen tanzt

Von KAI LACHMANN
Im Landesverband der Freien Theater in MV sind 18 Mitglieder organisiert. Die OZ stellt sie in einer losen Serie vor. Heute: das Schnuppe Figurentheater aus Gingst.

Gingst (OZ) - Der Winter steht vor der Tür, Vorräte müssen angelegt werden. "Kommt, wir gehen los und sammeln Nüsse", ruft Klaus, die Feldmaus, zu seinen Freunden. Trixi und der kleine Jonathan begleiten ihn. Frederick bleibt bei der Höhle und sammelt Sonnenstrahlen.
Birgit Schuster steht auf der Bühne im Prerower Kulturkaten und spielt mit vier süßen Mäusepuppen das Theaterstück "Frederick". Die 40 Kinder im Publikum verfolgen mit großen Augen und offenen Mündern die Geschichte.
Seit zwölf Jahren reist die in Suhl (Thüringen) geborene Puppenspielerin nun schon mit ihrem "Schnuppe Figurentheater" durch den Nordosten und fasziniert ihr junges Publikum mit klassischen und mordernen Märchen, auch mit selbst geschriebenen Stücken.
 
Die mit den Puppen tanzt

"Als ich herkam, gab ich mir fünf Jahre und wollte danach schauen, ob es klappt," erzählt die 43-Jährige. In dieser Zeit sei ihr bewusst geworden, dass das Figurentheater genau das ist, was sie will.
"Ich mache den Job, den ich liebe." Sie ist ein "Eine-Frau-Betrieb" und macht alles selbst: schreiben, proben, Regie führen und inszenieren. In ihrer kleinen Werkstatt in Gingst auf Rügen
Natürlich sind auch die Mäuse selbst genäht. Jede Puppe hat ihren eigenen Charakter.
"Kommt," ruft der Anführer Klaus abermals. "Wir sammeln Körner. Es ist wichtig, dass wir genug zu essen haben, wenn es so richtig kalt wird." Wieder folgen ihm Trixi und Jonathan, um Nahrung zu suchen. Frederick nicht, denn er will jetzt Farben und später Wörter sammeln.
"Ich mag dieses Stück sehr", sagt Birgit Schuster, die schon seit der Grundschule Theater spielt. ",Frederick‘ ist sehr poetisch und fantasievoll. Es transportiert eine wichtige Botschaft." Dass ihre Inszenierungen — ihr Repertoire umfasst beinahe 20 Stücke — für die Kinder nicht nur reine Unterhaltung sind, ist ihr wichtig.
Das Schnuppe Figurentheater ist Mitglied im Landesverband der Freien Theater. Man knüpft Kontakte, kritisiert und hilft sich. "Einer unserer größten Pläne ist es, dass jeder in seinem Gebiet einmal im Jahr ein kleines Festival auf die Beine stellt", sagt Schuster.
Aber dafür fehlen häufig die Zeit und die Unterstützung der Kurverwaltungen. "Gerade im Sommer wäre das eine schöne Sache für die Urlauber und ein Gewinn für das touristische Angebot", beklagt sie.
Dafür laufe es um Weihnachten rum aber prima. Ihre Kunden sind hauptsächlich Kitas und Grundschulen. "Und ich trete häufig bei Veranstaltungen wie Mittelaltermärkten oder dem Gingster Büchermarkt auf." Am Ende des Stücks herrscht tiefster Winter. Die vier Mäuse haben die Vorräte aufgebraucht und die Hoffnung, dass der Frühling bald kommt, schwindet.
Jetzt kommt Fredericks große Stunde: Er erzählt von den Sonnenstrahlen und Farben, die er gesammelt hat. Seinen Freunden wird dabei ganz warm ums Herz. Sie erinnern sich an die Schönheit der Blumenwiesen und des Himmels. Und mit den gesammelten Worten stimmt Frederick ein Lied an. Die Mäuse tanzen. So wird die lange Winterzeit ein bisschen verschönert. Nicht nur für die Mäuse.

Info: 03 83 05/55 30 1 www.schnuppe-figurentheater.de


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