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Am Sonntag feierte "Pinocchio" mit seinen Abenteuern in der Klosterruine Premiere. Kinder und Erwachsene lieben die freche Holzpuppe.
Von CORNELIA MEERKATZ
Eldena. Aus einem Stück Holz wird in diesem Sommer in der Klosterruine Eldena Pinocchio zum Leben erweckt. Bevor es jedoch soweit ist und der siebenjährige Paul Blumentrath als Pinocchio aus Fleisch und Blut lustig singend und tanzend über die Bühne springt, vergehen (inklusive einer 15-minütigen Pause) fast zwei Stunden. In dieser Zeit muss die liebenswert-freche Holzpuppe Abenteuer ohne Ende bestehen, denn natürlich kommt der Kleine erst einmal vom rechten Weg ab. Fuchs und Katze stehlen ihm sein Geld, das er vom Direktor des lustigen Puppentheaters bekommt. Im verführerischen |
Spieleland wird er zu einem Esel. Dann wird auch noch sein Papa Geppetto von einem Wal verschlungen. Zum Glück hat er in der Grille und der Fee mit den blauen Haaren gute Freunde. Zur Premiere am Sonntag bejubelten die kleinen und großen Zuschauer im altehrwürdigen Klostergemäuer neben Puppenspielerin Birgit Schuster auch die Schauspieler des Theaters Vorpommern, die mit vielen witzigen Ideen selbst noch einmal zu Kindern werden. So ist es einfach köstlich, Andreas Dobberkau als Wanduhr und betagten Baum zu erleben. Auch Katja Klemt rührt als Polizistin, Rabe und Killerkaninchen zu Lachtränen. Jan Bernhardt als Papa Geppetto scheint für dieses Familienstück zudem eine Idealbesetzung zu sein, denn die Herzen der kleinen Zuschauer flogen ihm regelrecht zu. Die phantasievollen und farbenfrohen Kostüme von Ines Nadler machen das Stück auch optisch zu einem Hingucker. Matthias Nagatis, der "Pinocchio" inszenierte, gelingt mit der Aufführung die gekonnte Verbindung von Schauspiel und Puppenspiel, denn Pinocchios Abenteuer sind für die kleinen Zuschauer nicht nur spannend, sondern auch überaus lehrreich, ohne |
den berühmten Zeigefinger zu bemühen. Die Klosterruine in Eldena erweist sich einmal mehr als ideale Openair-Kulisse. Gut 150 Zuschauer können mit jeder Vorstellung Pinocchio sehen. Einziger Wermutstropfen bei der Aufführung: Das Theater Vorpommern hat immer noch keinen gültigen Vertrag mit Petrus. Prompt ließ der es zur Premiere erst tröpfeln und dann richtig schütten. Doch die kleinen Gäste hielten ebenso wie die Schauspieler tapfer durch. "Pinnocchio ist Klasse, da geht man doch nicht", meinten Gretchen aus Dresden und Jean aus Kiel. Damit aber bei dem regnerischen Wetter der nächsten Tage niemand mit einer Erkältung die Aufführung verlässt, wird "Pinocchio" morgen, am Mittwoch und am Donnerstag jeweils um 10 Uhr nicht in der Klosterruine seine Abenteuer bestehen, sondern im Theater Vorpommern. Das hat den Vorteil, dass auch kurzentschlossene Eltern oder Kindergartengruppen noch ein Plätzchen finden.
Weitere Vorstellungen in der Klosterruine Eldena: 1. Juli - 11 und 16 Uhr; 13. Juli - 16 Uhr; 14./15. Juli 11 und 16 Uhr; 22. / 29. Juli und 5. August jeweils 11 Uhr Preise: 4,50 Euro Kinder; 8,50 Euro Erwachsene |